Ordinary World

Strom wieder an
Eat the Meek

Wieder zurück daheim. Der Kühlschrank leer. So konnte ich 19 Tage den Strom komplett abschalten. Macht den Karbon-Footprint wegen der vielen Flüge wohl nicht wett, aber immerhin ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Reise ist zu Ende. Ich bin froh, sie gemacht zu haben. Es freut mich, wenn jemand Spaß beim Lesen des Berichts hatte und vielleicht auch Lust bekommen hat, etwas in der Richtung zu machen.

In Too Deep

Runter geht's tief
Vertigo

Um 5:30 Uhr landet die 767 dann in Toronto. Und der Anschlussflug nach Wien startet um 17:55 Uhr. Ja, das war die günstigste Verbindung. Ich nutze daher die 12 Stunden Aufenthalt, um mich ein wenig in der City umzuschauen, statt am Flughafen zu versauern.

Gar kein so leichtes Unterfangen. Es gibt anscheinend keine Bahnverbindung und durch Rush-Hour und strengere Sicherheitskontrollen könnte ich in Zeitnot geraten. Egal. Die günstigste Verbindung vom Pearson International Airport in die City ist der Airport Express,  ein Bus mit WiFi, der 5 Hotels in der Innenstadt anfährt.

So komme ich dann auch zu einem kanadischen Frühstück mit Maple syrup und zu einer Besichtigung des CN Towers, dem bis 2007 höchstem freistehenden Gebäude. Die würden auch einen Edge Walk anbieten, also angeschnallt auf der Brüstung herumtanzen. Der erste wäre aber erst um 12:00 Uhr gestartet und das war mir zu spät.

Interessant auch der PATH, praktisch eine Stadt unter der Stadt. HappyCow hätte mir dort auch ein Restaurant gefunden, aber leider hatten die bis 11:30 Uhr nur Frühstück und ich wollte aber Lunch. Und ein zweites Frühstück sollte ich mir nach der üppigen Versorgung an Bord nicht angewöhnen. 😉

Jedenfalls gehe ich auf Nummer Sicher und begebe mich zurück zum Flughafen. Der Busfahrer ist erstaunt mich wieder zu sehen.  So Halbtagestouristen ist er anscheinend nicht gewohnt.

 

Learning To Fly

Quellenansicht
To alcohol! The cause of, and solution to, all of life’s problems.
Der heutige Sonntag ist ein kompletter Reisetag. Am Flughafen hat die Dame bei der Ausreise leichte Schwierigkeiten bei meinen vielen Stempeln. Durch die zweimalige Aus- und wieder Einreise war sie sichtlich verwirrt. Da sie kein Englisch und ich kein Spanisch spreche, hat es noch ein wenig länger gedauert, aber schließlich durfte ich doch das Land verlassen.

_DSF1024
Santiago de Chile

Weil wir gerade bei Zwischenlandungen waren: Dieser Flug hat schon wieder eine. Na ja, so war ich halt in Santiago de Chile auch einmal — wenn auch nur am Flughafen. Denn im Gegensatz zu den Inlandsflügen konnte ich nicht sitzen bleiben, sondern musste raus. Was noch einen Sicherheits-Check (warum eigentlich? dazwischen ist man nur im Flieger gewesen; na ja) bedeutet und anstellen beim Boarding.

oder

und (leicht anders)

(Don’t Fear) The Reaper

Passagier
Heart Failed (in the Back of a Taxi)

Frühmorgens geht es wieder zum Flughafen von Ushuaia. Irgendwie scheine ich auf dieser Reise keine Direktflüge zu bekommen. Auch dieser hat eine Zwischenlandung in El Calafate.

Den Nachmittag in Buenos Aires verbringe ich mit Bummeln. Das Wetter lädt mit 20 Grad Celsius geradezu dazu ein. Die Kamera lasse ich aber im Hotel. Einmal weniger Tourist sein als nötig. 😉

Fürs Abendessen finde ich dank HappyCow sogar im Fleischtigerland Argentinien ein vegetarisches Restaurant. Wieder im Internet zu sein hat schon seine guten Seiten.


Needs more cowbell.

Sail

Ozeanisches Abenteuer zu Ende
The Three Stooges. I am Moe.

Nach dem Frühstück geht es zurück nach Ushuaia. Vom Hotelzimmer aus, sehe ich das intergalaktische Friedenszeichen — fast.

Wir treffen uns noch einmal zur Mittagszeit, um die letzten Formalitäten zu erledigen. Schließlich müssen wir ja erst wieder in Argentinien einreisen.

10. Punta Remolino to Ushuaia
Punta Remolino – Ushuaia: 16sm

Henk gehört ab jetzt wieder seiner Familie. Ralf und ich lassen den Abend noch im Dublin, dem ersten Irish Pub am Ende der Welt, mit grünem Beagle-Bier ausklingen.

0. Gesamtstrecke
Gesamtstrecke: 474sm

Wir haben auf unserer Reise stolze 474 Seemeilen zurück gelegt.

The Funeral

Nachsichtiger Zeitgenosse
Die europäischen Vorfahren des einen haben mitgeholfen die indigene Bevölkerung zu unterjochen. Der andere ist ein Pferd.

Tja. Annemie, eine Belgierin, die vor Jahren alles stehen und liegen gelassen hat, um hier glücklich zu werden (sie war auch schon im niederländischen und französischem TV zu sehen, meint Henk) und Angelo betrieben hier einen Reitstall.

And so Yours Truly mounted the first time in his life not a file system but a horse.

Und sein Name ist „Tornado“. Ist aber eh ein ganz Netter. Er wollte nie letzter in der Gruppe sein und hat dann auch entsprechend immer Gas gegeben. Im Gegensatz zu Ralfs Pferd, das lieber alleine blieb und von ihm nicht überredet werden konnte, sich der Gruppe wieder anzuschließen.

Im Wesentlichen haben wir uns auf die Pferde verlassen. Die waren den Weg schließlich schon öfters gegangen. Tornado hat nur den klitzekleinen „Fehler“, dass er Sandböden so gerne mag und sich dann darauf rollt. An sich kein Problem — solange ich nicht drauf sitze. Das war dann auch da einzige Mal, wo Annemie nervös wurde und mir riet ja nicht anzuhalten. Aber die steilen Auf- und Abstiege und das Waten durch die Furten — da hatte Annemie vollstes Vertrauen. In die Pferde wohlgemerkt. 😀

9. Caleta Ferrari to Punta Remolino
Caleta Ferrari – Punta Remolino: 56sm

Es geht weiter und wir müssen noch einmal nach Puerto Williams, um aus Chile auszureisen. Zur Mittagszeit haben wir kurz wieder passenden Wind, aber die Freude währt nicht lange. Die Ausreiseformalitäten sind schnell erledigt. Henk bunkert noch Brennstoff für den Winter und dann geht es auch gleich weiter, denn wir wollen nicht riskieren, dass wieder aus nichtigen Gründen der Hafen gesperrt wird.

Die letzte Nacht verbringen wir beim Punta Remolino, wo der englische Pfarrer John Lawrence, Missionar der Feuerländer, seine Farm hatte.

We put the fun in FUNeral. 😉

Steuermann

Miteinander vereint
The Beagle has landed

Langsam müssen wir an den Rückweg denken. Zwar weht der Wind kräftig, doch leider nicht von Norden sodass wir wieder mit dem Motor vorlieb nehmen müssen. Um ca. 14:00 Uhr passieren wir die Gabelung des Beagle-Kanals. Hier kreuzen sich unsere Wege durch die Cordillera Darwin.

8. Isla Hoste to Caleta Ferrari
Isla Hoste – Caleta Ferrari: 49sm

Weil uns noch Zeit bleibt, und Captain Henk immer für eine Überraschung gut ist, machen wir einen Abstecher in die Caleta Ferrari. Es sollte auch noch ein Abenteuer an Land folgen.

Wynona’s Big Brown Beaver

Landgang unter Biber
Waterfalls

Zum Frühstück gibt es heute was Besonderes: Frisches Brot! Captain Henk hat am Vorabend tatsächlich gebacken und so dürfen wir uns mitten im Feuerland an dunklem Brot erfreuen.

So gegen 10:30 Uhr erreichen wir den Pazifik. Schon am Wellengang merkt man, es hier mit einem Weltmeer zu tun zu haben. Wir streifen den Ozean jedoch nur kurz, unser Ziel ist die Isla Hoste, wo wir in einer unbenannten Bucht anlegen und einen Landgang zu Biberdämmen und Wasserfällen unternehmen.

7. Isla Thomson to Isla Hoste
Isla Thomson – Isla Hoste: 14sm

Nach kurzer Rast an Bord bei wunderbarem Sonnenschein unternehmen wir eine Spritztour mit dem Beiboot und einen weiteren Landgang bei einem Delta. Hier eröffnet sich uns ein Sandstrand, aber weit und breit kein Badegast in Sicht.

Sonnendeck

Kaltes klares Wasser
Eißfeldt

Nachdem wir gestern den Westarm des Ventisquero Pia besucht haben, machen wir uns heute auf in den Ostarm. Auch hier ist der Gletscher schön zu sehen und nach kurzer Wartezeit kalbt ein schönes Stück herunter und bringt die Bucht in Wallung.

Tatsächlich tauchen plötzlich zwei andere Schiffe auf. Es sind Franzosen, der eine klettert ganz nach oben auf den Mast, um ein Foto zu schießen. Dann rutscht er einfach die Genua herunter.

6. Fiordio Pia to Isla Thomson
Fiordo Pia – Isla Thomson: 32 sm

Nach kurzer Unterhaltung setzen wir unsere Reise fort zur Isla Thomson. Wir legen dort an und hoffen auf gutes Wetter morgen, denn da soll eine größere Wanderung statt finden.

Whiskey in the Jar

Jacht am Gletscher
Behind: Blue Ice

In der Früh ist Abfahrt. 12 Seemeilen westwärts machen wir einen Abstecher in die Caleta Voilier. Dann geht es weiter zu einem echten Highlight der Reise zum Fiordo Pia, wo der Gletscher direkt in den Kanal kalbt.

Auf der Fahrt dorthin begegnen uns auch Robben, die sich auf einem Felsen sonnen. Ansonsten ist in dieser Gegend keine Menschenseele. Weder Einheimische noch Touristen weit und breit. Das Naturschauspiel können wir ganz für uns selbst genießen.

DSCF0736
Scotch on the (stone age) rocks

Wir bleiben im Fiordo in einer kleinen Nebenbucht. Henk hat einen Eisbrocken aus dem Wasser gefischt und so genießen wir Scotch on the rocks — mit Gletschereis. Die kleinen Knacksgeräusche stammen von der tausende Jahre alten Luft, die im Eis eingeschlossen war. Hoffentlich war kein Dinosaurierfurz dabei.

Das Boot haben wir festgezurrt und tanken so Trinkwasser direkt von einem Wasserfall. Unsere Vorräte sind somit wieder voll aufgefüllt mit bestem Wasser.  Mit den Whiskeys in der Hand betrachten wir die untergehende Sonne, die den Monte Darwin zum Glühen bringt.

5. Caleta Morning to Fiordo Pia
Caleta Morning – Fiordo Pia: 27 sm

Auch der Abend soll ein weiterer Höhepunkt der Reise werden und so packt Captain Henk den Griller aus und veranstaltet ein BBQ unter dem herrlich zu sehenden Kreuz des Südens am Firmament.